Hammer oder Spritze?

Der alltägliche Wahnsinn

Feierabendbier

Langer Dienst. Aber auch der längste Dienst geht zu Ende.

Und dann genehmige ich mir ein Bierchen. Und fall ins Bett.

Was dabei manchen Leuten seltsam erscheint ist, daß mein „Feierabend“ auch mal morgens um Neun sein kann.

Wenn die Nacht ruhig war, dann natürlich nicht. Wenn man mir meinen Nachtschlaf gelassen hat, gibts einen Kaffee und der Tag kann losgehen.

Aber mal ehrlich: Bei dem Wetter und vor allem dem Wetterumschwung… Keine Chance.

Mir ist unter anderem mein erster echter STEMI begegnet. Glaubt man ja kaum, ich mach den Job ja auch nicht erst seit gestern.

Aber das Ding war wirklich so, daß ich guten Gewissens schon mal anrufen konnte und sagen durfte „Fahrt schon mal den Reaktor hoch, ich bringe einen fetten Infarkt“.

Witzig dabei nur die Ehefrau, die sich beschwerte, daß wir mitten in der Nacht mit Lärm und Tralala angerückt sind.

Der arme Kerl wußte gar nicht, wie ihm da geschah. Aber da wird nicht lange gefakelt. Auf auf zum vorgeglühten Herzkatheder. Wird er uns im Geiste (wenn auch vermutlich nie verbal) noch danken.

Apropos: Ein einziges Mal hat mich ein Kandidat mal hinterher persönlich angerufen. Und sich bedankt.

Jedenfalls und nach dem wir letzte Nacht zwar fluchend aber im Nachhinein berechtigt aus den Federn gerissen wurden, gönne ich mir gerade mein Feierabendbier und gehe dann stehend K.O.

15. Juli 2010 Posted by | Allerlei, Notarzt | , , | 3 Kommentare