Hammer oder Spritze?

Der alltägliche Wahnsinn

Kauderwelsch

Ich weiß nicht, was heute los ist. Vielleicht schaue ich momentan auch einfach zu genau hin.

Nachdem mir der Uhl dieses Wochenende genug Übelheit verursacht hat, kommt nun der nächste Spezialist für Nausea daher.

Und wer könnte das sein, wenn nicht der gute alte Herr Kauder. Der Siegfried.

Kennen tun wir den ja nun schon länger.

Anläßlich der Anhörung zu den umstrittenen Stoppschildern der Frau von den Laien von der Leyen, als er fragte, ob denn die Petitionsführerin versucht habe mit Politikern zu reden outete er sich schon als quasi merkbefreit.

Aber damit nicht genug. Immer mal wieder tritt Siegfried Kauder mit doch recht abstrusen Ideen an die Öffentlichkeit.

Zuletzt in der Wikileaksdebatte:

Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, aber auch für sie gibt es Grenzen.

 

Und jetzt? Was liest man da in der SZ?

Was mich auch sehr stört ist, dass es möglich ist, im Internet anonym zu publizieren. Das muss aufhören. Das geht nicht.

Der Satz offenbart zunächst mal, daß Herr Kauder (der Siegfried. Sein Bruder Volker dürfte wegen ihm schon Magengeschwüre haben. Ich hätte jedenfalls welche bei so einem Bruder) vom Internet so viel Ahnung hat wie ein Fahrrad vom Eierlegen.

Erstens, weil das mit der „Anonymität“ im Netz gar nicht mal so einfach ist. Und meistens auch nicht der Fall. Zweitens weil kommerzielle Seiten auch eine Impressumpflicht haben. Und drittens, weil Herr Kauder gar nicht weiß, was er da fordert.

Es ist ein besonderes Schmankerl, daß die Süddeutsche direkt in den Vorschlägen zu ähnlichen Artikeln etwas bringt, was genau belegt, warum das dämlich ist.

Vor ein paar Jahren war die „Realnamendebatte“ im Usenet noch in vollem Gange, speziell im deutschen Teil davon. Es wurde unter anderem vehement bestritten, daß Personaler und andere Arbeitgeber nach möglichen Angestellten im Netz suchen. Tja. Aber genau das tut jeder Zweite davon.

Das müßen ja nicht mal irgendwelchen anrüchigen Dinge sein. Bilder von einer Party dürften dem „normalen“ Personaler ziemlich egal sein.

Anders sieht es aus, wenn es um persönliche Einstellungen, politische Überzeugungen oder sexuelle Vorlieben geht. Es ist natürlich ausgesprochen knifflig, eine Benachteiligung auf dieser Basis nachzuweisen, denn kein Personaler wird so dumm sein offen zu sagen, daß er den Bewerber abgelehnt hat, weil er beispielsweise mit einer bestimmten Partei sympathisiert. Oder wegen mir Swingerclubs frequentiert.

Der übrig bleibende Weg ist also, Derartiges gar nicht erst mit dem richtigen Namen in Verbindung bringen zu lassen. Oder wenn, dann nur sehr bewußt.

Das führt dann aber zwangsläufig dazu, daß Manches gar nicht erst geschrieben wird.

Und zwar nicht nur irgendwelche Tiraden und Rants, sondern auch politische Meinungen und Einstellungen. Weil immer im Hinterkopf schwebt, daß eben das ja mal irgendeinem potentiellen Arbeitgeber nicht schmecken könnte.

Herr Kauder will also die Blogosphäre effektiv abschaffen.

Nunja, wir wissen ja, daß Herr Kauder das Grundgesetz nicht so wirklich verstanden haben kann. Art.5 jedenfalls hat er nicht verstanden, wie mir scheint.

 

Ehrlich, ich weiß nicht wo die Parteien mit dem „C“ im Namen solche Leute immer wieder auftreiben.

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22. Oktober 2011 Posted by | Politik | , , , , | 4 Kommentare

Und sowas ist Innenminister

Wie heißts so schön? Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Über unseren Herrn Friedrich – seines Zeichens Bundesinnenminister – hatte ich ja schon mal geschrieben. Aber der Mann will ja im Gespräch bleiben und legt immer mal wieder eine Schippe nach.

Es geht (wie könnte es anders sein?) um den Bundestrojaner. Oder Staatstrojaner. Oder wegen mir auch den Bayerntrojaner.

Und dabei haben sich in den vergangenen Tagen so einige Leute nicht eben mit Ruhm bekleckert.

Zunächstmal hat im Februar 2011 das Bundesverfassungsgericht ziemlich klar gesagt, daß dieses Ding nur unter strengen Auflagen eingesetzt werden darf.

Die bayerische Version hatte auch das Landgericht Landshut verurteilt. Und das ist witzigerweise in dem Zusammenhang das höchste zuständige Gericht.

Interessiert das unseren Bundesinnenminister? Zur Erinnerung: Der Mann hat einen Eid auf die Verfassung geschworen.

Nicht so wirklich, wie es scheint.

Das Landgericht Landshut hat zu den Möglichkeiten der Quellen-Telekommunikationsüberwachung eine andere Rechtsauffassung vertreten als die bayerische Staatsregierung.

Das darf die Bayerische Staatsregierung ja sogar tun. Was die Bayerische Staatsregierung aber NICHT darf ist sich darüber hinwegsetzen, als wären die Entscheidungen der höchsten Gerichte nicht zu beachten.

Das Bundesverfassungsgericht hatte recht klar gesagt, daß es sichergestellt sein muß, daß der Trojaner nur dazu fähig sein darf Internettelefonie abzuhören. Da kann man sich darüber streiten, aber das läßt sich ja irgendwie sogar begründen.

Der vom CCC analysierte Trojaner kann aber deutlich mehr als das. Er kann sozusagen alles ausser Kaffeekochen. Er kann nämlich, selbst wenn es ursprünglich nicht dabei war, Software nachladen. Was er aber laut BVerfG nicht darf.

Und wieder: Interessiert das unseren Bundesinnenminister?

Nein, wieder nicht.

Wir brauchen diese Nachladefunktion, um uns den normalen Updates auf dem Zielcomputer anpassen zu können.

Dann outet sich auch noch ein anderer Innenminister, der Herr Herrmann, als merkbefreit uns stellt eine etwas dämliche Frage:

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte dazu der Sonntagszeitung: „Es scheint mir die Frage zu sein: Was versteht man unter nachladbar?

Na was schon, Herr Herrmann?

Dazu muß man allerdings sagen, daß der „Trojaner“ das zwar kann, aber nicht nachgewiesen ist, daß er das auch tat. Das ist allerdings nicht wirklich relevant, weil er das schon vom Start weg nicht darf. Und vielleicht sogar noch mehr nicht darf: Nämlich benutzt werden.

Wir haben hier also zwei Innenminister, einmal des Bundes und einmal des Landes Bayern, denen es offenbar egal ist was die Verfassung und die höchsten Gerichte sagen.

Entweder das, oder beide verstehen nicht wirklich um was es geht.

Gegen einen davon (Herrn Herrmann) hat vorgestern die Piratenpartei Bayern Strafanzeige gestellt.

Zeit wirds.

(Quellen überwiegend bei Fefe gefunden.)

 

19. Oktober 2011 Posted by | Politik | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Sommer fällt dieses Jahr auf ein Wochenende

Was ist denn hier los? Sonne satt und warm und blauer Himmel.

Ich sehe schon wieder die Schlagzeilen:

„Unerträgliche Hitzewelle!einself!!“

Genau so wie im Winter, wenn gerade mal Mausknie hoher Schnee zum „Schneechaos!einself!!“ wird.

Gut, im Winter hat das vielleicht noch einen politischen Sinn. Wenn man die Räumfahrzeuge zusammenspart, wird aus eigentlich harmlosem Schneefall eben eine halbe Katastrophe.

Wobei das mit dem Schnee ja jedes Jahr wieder völlig überraschend kommt. Kann ja niemand damit rechnen, daß es im Dezember auch mal schneit…

Ok, das Schneechaoseinself hat also seinen Grund. Wenn auch keinen besonders überzeugenden.

Aber der Sommer? Die „unerträgliche Hitzewelle“ ist normalerweise eine Woche lang und kommt mit läppischen 32 Grad Celsius daher. Da kommt meinereiner noch nicht mal richtig ins Schwitzen.

(Na gut, ich bin da vielleicht ein schlechter Maßstab, mit optimaler Betriebstemperatur ohne Leistungsverluste von -20 bis +50 Grad…)

Aber über das Wetter meckern ist ja ohnehin Volkssport.

Eigentlich auch klar, warum.

Das Wetter wehrt sich nicht und viel wichtiger: Ändern kann man es nicht.

Wenn man sich über den Arbeitsplatz beschwert oder über die Ehefrau bzw. den Ehemann schimpft oder über Kernkraftwerke meckert, läuft man Gefahr den einen Satz gesagt zu bekommen:

Dann MACH halt was. Ändere was. Such dir eine neue Stelle, schick den Mann/ die Frau in die Wüste, geh demonstrieren, wähl entsprechend.

Es ist eben so viel einfacher über das Wetter zu meckern anstatt auf die Straße zu gehen und gegen Atomkraft seine Stimme zu erheben…

3. April 2011 Posted by | Allerlei, Politik | , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachten… da war doch was…

Ich kann machen, was ich will.

Jedes Jahr ist es dasselbe.

Von „Ach, da ist ja noch Zeit“ zu „Wie, das ist MORGEN?“ vergehen gefühlt vielleicht zwei Tage.

Mit dem Resultat, daß ich mittlerweile berühmt-berüchtigt bin für meine Gutscheine.

Nicht, daß ich viel zu besorgen hätte. Aber ein paar Sachen schon.

Auch dieses Jahr wieder.

Dreijährigen kann man das Konzept eines Gutscheins natürlich nicht erklären. Deshalb stand ich auch gestern im Megatrubel bei Toys’R’Us. Lego ist eher was für Pappa, Duplo kann er drin ersaufen… Playmobil ist doch immer wieder gerne genommen.

Dazu kommt noch, daß ich morgen keine Zeit habe. Irgendwer muß ja den Notarzt mimen…

Nuja, ein Geschenk fehlt mir noch. Vielleicht hats ja in der Ecke einen Mediamarkt oder Saturn… und einen RA, der da mitspielt. Aber wenn nicht, dann nicht. Ist nicht so wild.

Eigentlich hatte ich mit meinem Brüderchen ja ausgemacht, entweder nichts oder Unsinn zu schenken…

Was an einem denkwürdigen Weihnachtstag mal dazu führte, daß wir uns gegenseitig was von einer unsäglichen Langhaarzottelband schenkten. Irgendwelche Typen, die miteinander verwandt waren, Friseure in den Ruin trieben und grauenvolle Musik machten.

Oder wars irgendeine peinliche Boy-Group? Wurscht, irgendwas in der Art. Ist auch 25 Jahre her…

Das Problem an diesem eigentlich guten Plan ist, daß Brüderchen mittlerweile verheiratet ist und Frauen im Allgemeinen derartige Absprachen ignorieren.

Und dann die Peinlichkeit, etwas geschenkt zu bekommen und selbst nichts zu schenken, kaum zu überbieten ist.

Die momentane Zählung ist jedenfalls Fünf von Sechs… Steht man nicht mit völlig leeren Händen da.

Rest muß Amazon erledigen…

P.S.: und weil ichs so schön fand: der letzt gehörte Begriff für einen Anästhesisten war „Schnarchnase“. Auch schön. 😉

23. Dezember 2010 Posted by | Allerlei | , | 2 Kommentare

Stich ins Hornissennest

Irgendwas habe ich getroffen.

Mein Blog wird ja nun nicht besonders viel gelesen. Die Zahlen finde ich zwar nett (wenn ich mal nachsehe, was eher selten der Fall ist), aber sie sagen mir nichts. Mal sinds 300, mal sinds 150 Klicks pro Tag. Ist das viel? Woher soll ich das wissen?

Interessiert mich auch nicht. Ich schreibe zum Teil um mir was von der Seele zu reden, manchmal um mir Luft zu machen und manchmal einfach nur, um irgendwas zu schreiben.

Manchmal fange ich an, schreibe irgendwas, lösche es wieder weil mir was ganz anderes einfiel, haue das in die Entwürfe, schreibe noch was anderes, und poste das dann. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Großartig interessieren tut das ein paar Leute die mitlesen. Aber von weltbewegender Bedeutung ist das alles nicht. Ist eben ein Weblog.

Manchmal „triggert“ ein Artikel woanders einen von mir. Manchmal komme ich darüber auf wieder eine andere Idee. Und schreibe darüber. Oder auch nicht.

Literarisch wertvoll ist das alles sicher nicht. Journalistisch höchstens im allerweitesten Sinne. Kann jeder lesen, aber niemand muß.

Ich erhebe keinen Anspruch auf „gut geschrieben“ oder „Thema interessant“ (ausser für mich, sonst würde ich es nicht schreiben) oder „wichtige Information“.

Ich schreibe über was ich denke, was ich erlebe. Was meine Erfahrungen sind.

Es wäre zwar schön, wenn die alle positiv wären und ich alle anderen Menschen – egal welchen Berufes – in höchsten Tönen loben könnte (von meiner Warte aus), aber dem ist nun mal nicht so.

Ich habe meinen Ärger mit Verwaltungen (mittlerweile kaum noch), mit dem Finanzamt, mit den Versicherungen, mit Kollegen, mit Ärzten und (ja auch das, aber selten) dem Rettungsdienst. Mit den Nachbarn (da hab ich allerdings echtes Glück), mit dem Milchmann (als ob ich Milch trinken würde), mit der Tussi an der Kasse, dem Müllmann, der deutschen Post, meinem Telefonanbieter, meinem Internetprovider, dem Hoster meiner Homepage (den ich nur wärmstens empfehlen kann… wenn ich mal wieder was an der Homepage basteln will), dem Typen der hier in der Anwohnerstraße parkt aber aus Kleinsonstwo kommt und keine Genehmigung hat, mir aber den Parkplatz nimmt) und mit der Bedienung in der Kneipe, die Stunden braucht für ein pupsiges Bier.

Nicht immer, aber manchmal macht mir jeder davon das Leben schwer.

Und? So what? Das ist das Leben. So ist es nun mal.

Und so ist es auch im Beruf.

In jedem Beruf.

In diesem Fall habe ich allerdings einigen Leuten auf den Schlips getreten.

Ich habe auch schon meinen Senf zu anderen Fachrichtungen abgegeben. Und die über mich und meine Fachrichtung. Schenkt sich nichts, denke ich.

Nur eine Fachrichtung hat bisher Zeter-und-Mordio geschrien. Man möchte meinen, ich hätte sie alle als Brandschatzer und anderweitig fragwürdige Gestalten betitelt.

Manch einer verlor dabei die Kontenance und sprach sich in gekränktem Stolz gleich gegen die schreiberischen Fähigkeiten aus (man mag ja nicht unbedingt Feuer ins Öl giessen, aber so recht inhaltsvoll finde ich den betreffenden Blog nun auch nicht…). Kann ja sein, den Anspruch auf literarische Edelsteine erhebe ich auch nicht.

Das Sprichwort geht: Der getroffene Hund bellt.

Persönlich finde ich, daß dieser spezielle Hund schon recht laut gebellt hat.

An anderer Stelle ist man auch schon über meine Lieblingsfachrichtung hergezogen.

Ein Widerspruch dagegen verbietet sich mittlerweile. Leider.

Nicht, weil ich nichts mehr dagegen sagen kann, sondern weil mir Premiumpatientin fehlt. Dieser unser medizingetränkter Teil der Blogsphäre ist ärmer ohne sie.

Widerspruch gegen diesen Post wäre auch aus einem anderen Grunde sinnlos:

Er betrifft mich nur in kleinen Teilen. Und die Teile, die mich betreffen, gebe ich freimütig zu. Ja, die sind so (Teile von Punkt 2, erster Teil von Punkt 3).

Also könnte ich mich aufregen über Teile, die mich nicht betreffen (was dämlich wäre) oder über Teile die stimmen und die ich sogar zugebe. Ohne mir irgendwas aus irgendeiner Krone zu brechen. Was noch dämlicher wäre.

Natürlich kann ich nicht für alle Notärzte sprechen. Woher auch? Das höchste der Gefühle ist mal ein LNA, aber sonst erlebe ich andere Notärzte nicht bei der Arbeit.

Ich kann aber über Erlebnisse mit den ärztlichen Kollegen sprechen, die an den Schnittstellen zur Primärversorgung stehen. Manche davon gut (oder in meinen Augen gut), andere nicht so gut (auch in meinen Augen).

Eine spezielle Fachrichtung an der Schnittstelle zur Primärmedizin (oder zumindest ein oder zwei der darin Tätigen) fühlte sich allerdings augenscheinlich bemüßigt, dagegen aus der unteren Schublade heraus zu wettern.

Ist recht, vielleicht gab es da schlechte Erfahrungen der Vergangenheit. Notärzte sind nicht der Nabel der Welt.

Wir haben ein ziemlich kleines Gebiet (eines der Kleinsten überhaupt), sind nicht zwingend Facharzt. Viele sind es, viele nicht.

Wenn ich einen Blogpost lese, der mich betrifft (meine Fachrichtung), dann gebe ich meinen Senf dazu, dann sage ich, was wo nicht stimmt, meiner Meinung nach.

Und jetzt bin ich mal arrogant: Ich lasse mich nicht dazu herab, den jeweiligen Schreiber als ansonsten unfähig oder seine Schreibkunst als schlecht zu beschreiben: Denn das ist nun wirklich unter meiner Würde. Auf dieses Niveau begebe ich mich vielleicht mal in hitzigen Forumsdebatten, aber NICHT bei Blogs.

9. Dezember 2010 Posted by | Allerlei, Notarzt | , , , , | 9 Kommentare

Buchtipp

Und zwar diesmal das hier: „Schauen sie sich mal diese Sauerei an„.

Bin erst mal beim Lesen, aber sind schon so ein paar Schmankerl aus unserem Arbeitsgebiet drin.

Literarisch sicher nichts für Reich-Ranicki, aber wenn der ein Buch empfiehlt, ist es für mich eher ein Grund es nicht zu lesen.

21. November 2010 Posted by | Fundstück, Notarzt | , , | 1 Kommentar

Gedankenspiele

Daß ist das Irre an dem Job als Notarzt: Wenn man nichts zu tun hat, ist das „Gut“.

Denn wenn ein Notarzt nichts tut, ist auch niemand in Not.

Führt nur eben dazu, daß man ein wenig Langeweile hat.

Und gegen das schlechte Gewissen (erfolgreich) ankämpft, denn man bekommt ja schon Vollzeit bezahlt, sitzt aber nur herum. Selbst das Internet bietet wenig Ablenkung. Je nach Stelle bekommt man zwar einen Computer hingestellt, aber wie Josephine schon festgestellt hat, sind die Netzverbindungen in Krankenhäusern arg reglementiert.

Hier auch. Der Rechner ist nicht der Jüngste und das Netz durch die ganze Netzwerkchose dahinter sowas von lahmarschig, daß selbst „normales“ Surfen zur Qual wird.

Dann noch der unsägliche Internetexploder, der alle Nase lang abschmiert und dann unter Eingabe einer elendiglich langen Zeichenfolge als Paßwort neu gestartet werden muß.
Und manche meiner „üblichen“ Seiten aus irgendwelchen Gründen auch gar nicht darstellt (ernsthaft: warum geht der Lawblog nicht?).

Morgen klemm ich mir mein Netbook unter den Arm. Dann kann ich wenigstens das surfen, was ich will…

Mit einem halben Auge verfolge ich auch diese ganze Defihausen-Kiste. So recht verstanden habe ich bisher nicht, was der Reiz daran ist, aber wenn es den Leuten hier weiterhin so gut geht (und sie ergo keinen Notarzt brauchen), versuche ich mich vielleicht doch noch mal damit.

Vor allem, weil ich über diese humorige Beschäftigung in dem Rahmen mit Singlebörsen gestolpert bin.

Irgendwo stand mal, daß 90% des Netzes aus Sex besteht. Wenn ich mir die Zahlen so anschaue lande ich bei 98%, wenn ich die Singlebörsen, Kontaktstellen und was dazugehört dazuzähle. Erstaunlich.

Fast ein Wunder, daß die Menschheit sich trotzdem vermehrt. Oder liegt das an… ehm… sage ich jetzt lieber nicht, sonst krieg ich Haue.

Heute in den News stand ja auch, daß Deutschland schneller schrumpft als angenommen.

So wie Stephen Fry letzt das ausgesprochen hat, was jeder denkt oder einem zumindest manchmal wahr vorkommt und dafür verbale Prügel bezogen hat.

Wobei zugegebener Maßen seine Qualifikation in der Sache mindestens fragwürdig ist.

Wenn man jetzt diese beiden Nachrichten in Beziehung setzt, würde das die üblichen Verhältnisse in solchen Partnersuch-, Singlebörsen- und Sexseiten erklären.

Hätte Fry so unrecht, wie die Kritik sagt, bliebe die Frage, warum solche Seiten üblicherweise für Frauen kostenlos sind…

Besonders faszinierend fand ich, WER Fry da so massiv kritisiert… „Getroffener Hund bellt“ vielleicht?

3. November 2010 Posted by | Allerlei, Fundstück | , | Hinterlasse einen Kommentar

BSG

Bis jetzt eine sehr ruhige Woche.
Also nicht medizinisches zu berichten.
Aber dafür ist vor diesem Dienst die (angeblich) letzte Staffel von BSG (Battlestar Galactica 4.2) eingetroffen und weils mit dem Rippen für entweder iPod oder Netbook nicht geklappt hat, hab ich den großen ‚Puter mitgenommen. Und die tu ich mir jetzt mal an… Live-Updates auf Twitter.

22. September 2010 Posted by | Allerlei | , , | 3 Kommentare

Herbststimmung

Tja, die warmen Tage scheinen vorbei zu sein…

Auf unserem Marktplatz wird es abends leerer. Die wenigen, die der Kälte trotzen haben dicke Klamotten an und man hat das Gefühl, sein Feierabendbier gegen einen Glühwein tauschen zu wollen.

Nachdem ich die letzten beiden Monate einen eher unregelmäßig Rhythmus hatte und meinen Lebensunterhalt mit diversen Notarztdiensten bestritten habe, bin ich diese beiden Wochen wieder in einem OP.

Auch mal wieder nett, geruhsame Narkosen, bißchen dies, bißchen das…

Nur gewohnt bin ich es nicht mehr. Früh aufstehen, hoffen, daß die Mühle anspringt (nicht das Ding mit zwei Rädern… bei dem Wetter ist Pendeln besser mit vieren), und dann ran an die Buletten.

Es ist wirklich mal wieder angenehm, einen „geregelten“ Tagesrhythmus zu haben. Nur bin ich abends doch ziemlich gerädert… Entweder liegts am frühen aufstehen oder die Gasabsaugung tut nicht so ganz, was sie soll.

Die letzten Tage kam ich nach Hause, kurz an den Computer gesetzt und dann fröhlich vor mich hingenickt. Da ists auch nicht viel mit bloggen…

Es kann auch sein, daß diese Woche noch immer in den Knochen steckt. Nun ja. Ich bin auch keine 20 mehr…

Apropos Karre. Meine alte Kiste (und das Ding ist WIRKLICH alt) macht gerade wieder etwas Sperenzien. Nix wildes, aber gestern durfte ich im Krankenhaus nach einem Starterkabel fragen. Möglichst mit einem zugehörigen anderen Auto, um meine Laube wieder zum laufen zu bekommen.

So ist das eben mit den alten Dingern: Da hats keinen Summer, der einem sagt, daß die Lichter noch an sind, wenn man aussteigt…

Was in der Übersetzung heißt, daß ich mich demnächst doch mal nach einem anderen Untersatz umsehen muß. Jemand Interesse an der alten Rostgurke?

Jedenfalls habe ich ein paar Ideen, was meine nächsten vier Räder angeht. Zu meiner mittelgroßen Überraschung sind die gar nicht mal SOOO teuer. Vielleicht nimmt auch irgenwer die goldene Schleuder in Zahlung. JETZT käme die Verschrottungsprämie gut. Aber der Zug ist ja abgefahren. Aber so wie ich unsere Autoindustrie kenne… wer weiß?

Wobei es mir sowieso widerstrebt, mich nach einem neuen Vehikel umzusehen. Damit fährt man vom Hof und ist gleich 30% des Wertes los…

Jedenfalls hat mir jemand den Floh ins Ohr gesetzt, daß gerade für mich ein Vehikel mit einem Buchstaben hinten aus dem Alphabet und einer Zahl nicht so ganz schräg wäre (*grins* Sprachs und eben fährt hier eins vorbei…). Gebraucht sind die sogar gar nicht mal sooo teuer. Nicht mal mit einem Hubraum, den ich in Bier übersetzt nicht trinken könnte. Und wenn schon, denn schon, oder?

„Praktisch“ wäre natürlich anders, aber ich habe genau einmal in meinem Leben ein „praktisches“ Auto gefahren. Das dann ein Jahrzehnt lang. Ansonsten hatte ich Suzuki Samurai (einmal 410 und einmal einen Santana, der mir unterm Hintern weggerostet ist), einen VW Joker und eben den oben genannten Fastoldtimer unter mir.

Oder eben meine „Biene Maja„. 😉

Aber mit der macht die Autobahn nicht eben Spaß. Und das bringt mein Job so mit sich: Viele große Strecken…

Womit auch die letzte Woche des Monats angerissen ist, denn da gehts wieder mal auf die Insel, zum Notarzt fahren. Es würde gehen mit dem Mopped, aber Spaß wäre anders. Vor allem, weil die Biene sich auf den geraden Straßen der Südschweden nicht gerade wohl fühlt. Also darf ich mich schon auf eine lustige und lange Bahnfahrt freuen…

Medizinisch gibt es nicht viel zu vermelden. Narkosen sind noch Narkosen, der Notarztwagen sieht nicht anders aus als vorher und spektakuläre Geschichten gibt es auch nicht zu erzählen.

9. September 2010 Posted by | Allerlei | , , , | 13 Kommentare

Freizeitstress

Ich habe eine Woche frei.

Naja, was man so „frei“ nennt. Und als Honorarknecht muß man sich „frei“ auch erstmal verdienen, man muß es reinarbeiten.

Denn „frei“ bedeutet auch „kein Geld verdienen“ aber weiterlaufende Rechnungen.

Nicht dramatisch. So ist der Job.

Denn der Vorteil überwiegt das. Ich mache meinen eigenen Dienstplan.

Und wenn mein kleiner Bruder auf die Idee kommt, zu heiraten (und das schon eine Ewigkeit plant), dann bleibt die Woche eben frei.

Also heißt es erstmal, wieder auf einen sozialkontaktverträglichen Rhythmus zu kommen, das Mopped wieder zum Laufen zu bringen und einmal quer durch Deutschland zu fahren. Und am Besten die edlen (und frisch gekauften) Klamotten jemand mitzugeben, der sie unzerknittert hinbringen kann.

Geht in Moppedkoffern nicht wirklich gut.

Wenn mir nicht auf halber Strecke noch eingefallen wäre, daß ich zwar mein „Beautycase“ gepackt hatte, es aber brav da liegt, wo ich es hingelegt habe…

Nuja. Aber bei Männern ist da ja eh nicht viel drin.

30. August 2010 Posted by | Allerlei | , | 6 Kommentare