Hammer oder Spritze?

Der alltägliche Wahnsinn

Gedanken in einer freien Woche

Jau, auch ein Honorararzt hat mal frei.

Es ist nicht ganz so wie als Angestellter, wo man Urlaub einreicht und dann auch relativ sicher sein kann, in der Woche auch Ruhe zu haben.

Denn eine Woche Ruhe, nicht erreichbar sein, Handy auslassen und einfach Fünfe grade sein lassen können eine Woche ohne Aufträge später darstellen.

Man vergißt, sich selbst den Urlaub zu genehmigen.

Das ist nicht weiter tragisch. Aber wenn man feststellt, daß man wieder die „schöne“ Jahreszeit verplant hat und das Mopped nicht in die Berge kam und der nächste freie Termin schon grenzwertig wird, was die Befahrbarkeit der Alpenpässe betrifft, dann merkt mans.

Mit etwas Glück geht noch was in der ersten Oktoberwoche…

Auf einer anderen Schiene lese ich recht gerne die Rechts-Blogs. Ich kann nicht einmal sagen, warum. Vielleicht ein wenig wie ein Verkehrsunfall bei dem man nicht wegsehen kann.

Was mir dabei auffällt ist das Ping-Pong-Spiel, daß da manchmal auftritt. Ein Blog schreibt etwas, ein anderer nimmt es auf und schreibt selbst etwas dazu.

Und Ruck-Zuck steht in jedem Blog etwas dazu.

Natürlich gibt es eine Menge Med-Blogs.  Auch Anästhesie-Blogs. Oder Rettungsdienst-Blogs.

Aber so wirklich für das Ping-Pong-Spiel eignen die sich nicht.

Wenn es um Gynäkologie geht, kann ich Josephine natürlich nicht das Wasser reichen. Und kann höchstens meinen Senf dazu geben. Aber das reicht nicht wirklich für einen eigenen Blogpost,

Gut, natürlich ist „Honorararzt“ sowieso noch ein junges Spielfeld. Und es wundert auch nicht großartig, daß mir wenigstens kein anderer Bog bekannt ist, der sich damit befasst.

Laut letzter Zählung sind wir auch gerade mal 4000 Figuren. Und was man gerade im Notarztdienst so über manche Kollegen hört… da mag man das Wort „Kollege“ manchmal nicht wirklich in den Mund nehmen.

Vielleicht ist es auch ein wenig die Berufskrankheit der Anästhesisten und Notärzte: Wir wissen nicht, wie die Kollegen arbeiten. Denn mit denen arbeiten wir nicht zusammen. Wir arbeiten mit den Jungs und Mädels vom Rettungsdienst, mit denen von der Pflege. Aber normalerweise nicht mit anderen Ärzten.

Wir übergeben Patienten an Intensivstationen, an Hubschrauber, an andere Abteilungen, an Aufwachräume. Aber wann arbeiten wir wirklich mit anderen Ärzten zusammen?

Ich weiß kaum, wie andere Gasmänner Narkosen machen. Geschweige denn, wie andere Notärzte Primärversorgung machen.

Als ich noch Angestellter war, sah man einiges. Man sah, daß manche Kollegen eine Vier-Stunden-Op mit 15 Sufenta hinbekommen (und jubelt als Ablösung gleich eine Großpackung von dem Stoff hinterher).

Ich mag meinen Job und ich mag die Abwechslung und ich liebe die Jungs und Mädels, mit denen ich zusammenarbeite. Ohne die könnt ich einpacken. Sowohl die Schwestern und Pfleger der verschiedenen Anästhesieabteilungen als auch die RA und RS im Notarztdienst.

Gold wert.

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10. August 2010 Posted by | Allerlei | , , | Hinterlasse einen Kommentar