Hammer oder Spritze?

Der alltägliche Wahnsinn

Zustand nach Hausarzt

Dieses Krankheitsbild kennt jeder im Job.

Ein Freund von mir hat den Titel „Hausarzt“ mal beschrieben als „Facharzt für leicht erkennbare Krankheiten“..

Aber auch da gibt es solche und solche.

Es gibt die Backpfeifen, die völlig hektisch mir in den Füßen rumstehen, fast schon panisch irgendwas anordnen. Die sind nicht mal so schlimm. Vielleicht nicht dringend Notarztmaterial, aber wenigstens haben sie erkannt, daß die Kacke am Dampfen ist und eine schneller Gangart angesagt ist. Sie kriegens zwar nicht hin, aber deshalb haben sie ja mich gerufen.

Nicht falsch verstehen, ich habe von HNO so ziemlich keine Ahnung. Ich kann ihm da in sein Fachgebiet nicht reinreden. Kann er besser, erkenne ich auch neidlos an.

Mein Metier ist Notfallmedizin und dazu eng verwandt die Anästhesie. Und deshalb hat er mich gerufen.

Dann gibts die „Indolenten“ Hausärzte. Was einem da für Geschichten zu Ohren kommen.. Auaua.

Da wird zwar völlig richtig die „Standardschiene“ ACS gefahren („MONA greets all patients“),  aber der Patient damit dann völlig zusammenhanglos zu Hause belassen.

Da wird ein Achtjähriger mit bretthartem Bauch – weil der Blinddarm dann eben doch hochgegangen ist – mit einem Zäpfchen versorgt. Die Rettungsassistenten rufen zwecks Schmerztherapie dann doch einen wie mich, woraufhin sich recht ausgiebig beschwert wird. „Notätzte kommen doch nur zur Reanimation“.

(Ja, nee, is klar. Wenn ich nur zu Reanimationen fahren würde, hätte ich den Job schon längst hingeschmissen)

Bübchen kriegt, was er braucht (3,75 Dipi und schon hat er was von seiner ersten Fahrt im Rettungswagen).

Wirklich, was haben solchen Leute im Studium gemacht?

Dann gibt es aber die „Guten“. Hier ums Eck ist einer, der früher auch „den Job“ machte. Wenn da ein ACS angemeldet wird weiß ich, daß ich nur noch einladen und begleiten muß. Denn das Übliche (MONA, wir erinnern uns) hat er schon verballert. Wenns im EKG wirklich was hatte, sogar bis zu Clopidogrel.

Oder der Kollege, dem ich die letzten Wochen öfter in die Finger fiel. Jetzt Hausarzt, aber Notfallmedizin kein Fremdwort. Gut, kompetent, schnell.

Also, es gibt solche und solche.

Notfallmedizin ist keine Raketentechnik.

Was macht das Bewußtsein? Was der Kreislauf? Atmung? Kann ich daran was ändern und wenn ja, was? „Stay and Play“ oder „Load and Go“?

Ich liebe meine Hausärzte, die was auf dem Kasten haben. Oder die wenigstens wissen, wann sie nach Hilfe rufen müßen.

Sind leider nicht allzu viele.

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21. November 2010 - Posted by | Notarzt | ,

17 Kommentare »

  1. ähm Kormak..du sach mal..wat soll das!? 🙂 Ich kann doch nicht jedes mal schreiben, dass man das genial findet, was du da so schreibst!? Ich lass des jetzt einfach mal so stehen…

    Kommentar von alltagimrettung | 21. November 2010 | Antwort

  2. Das ist leider so, dass es in jeder Berufssparte gute und schlechte Beispiele gibt. Bei den Hausärzten bzw Ärzten generell kann das nur dummerweise auch mal lebensbedrohliche Folgen haben. Sicherlich gibt es da auch viele, die etwas auf dem Kasten haben. Aber genauso gibt es auch einige schwarze Schafe, bei denen man sich echt fragt, was sie in ihrem Studium gemacht haben. Wenn RTW und NEF in eine Arztpraxis bestellt werden, aber bitte ohne Sondersignal, damit man kein Aufsehen erregt. Oder der Patient mit Zustand nach Krampfanfall in der Praxis liegt und absolut nichts passiert ist, bis der Rettungsdienst kommt. Keine Vitalzeichen erhoben, kein Zugang, keine stabile Seitenlage, einfach nichts.
    Aber bevor es jetzt wieder heißt, ich würde nur über die Hausärzte herziehen, höre ich lieber auf 😉

    Kommentar von Der Krangewarefahrer | 21. November 2010 | Antwort

  3. Ich habe im Praktikum auch schon zwei zweifelhafte Begegnungen mit Hausärzten gehabt.

    Es ist komisch, denn eigentlich wurde in den letzten Jahren doch versucht, das Image und die Kompetenz der HA in gutem Licht (und attraktiv für die Jung-Absolventen) darzustellen und mit Vorurteilen, wie sie denn genannt wurden, aufzuräumen… und doch begegnet man selbst öfter dem „alten“ Klischee (ich hatte nur vorübergehend einen Hausarzt, aber das hat gereicht, um mich davon zu überzeugen, daß ich DAS nicht machen wollte).

    Einen besseren habe ich auch kennengelernt, der lebt aber auf einer beliebten Ferieninsel und fährt dort regelmäßig NEF, ist also gut im Training. 😉

    Es gibt bestimmt auch viele gute HÄ, aber vielleicht geschehen in deren Praxisräumen keine Notfälle? Das wäre jetzt meine idealistische Hoffnung… 😛

    Kommentar von arzt4empfaenger | 26. November 2010 | Antwort

  4. Oh Kinners … erst der wahnsinnig differenzierte Artikel eines Kleingebietsarztes („so hat mir mal ein Freund den Titel Anästhesist beschrieben“), der natürlich weiss „wie es wirklich läuft“ und dann in den Kommentaren die Helden vom Rettungsdienst, die immer aufs neue in ihren Blogs beweisen, dass sie die besseren Ärzte sind … Fehlt nur noch der bornierte Chef einer Krankenhausabteilung, der auf der Visite den obligatorischen Witz über den begrenzten Horizont des Hausarztes macht, dann wäre es ein Qualitätszirkel von wahren doctors of excellence.

    Nach der Polemik vielleicht noch eine sachliche Anmerkung: Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen (überall gibts Idioten), haben die aus Eurer Sicht so blödsinnigen Handlungen der Hausärzte meist einen Grund. Dieser liegt in der Regel in den Eigenheiten der ambulanten Medizin und der Tatsache begründet, dass der Hausarzt eben alles sieht; die Banalitäten und die gefährlichen Dinge. Und dass er vor allem täglich 30 bis 40 Mal eine Entscheidung trifft, ob banal oder gefährlich. Der Hausarzt kann eben nicht alles einfach einsammeln, verkabeln, festschnallen und in der Klinik abgeben.

    Und weil es so polemisch begonnen hat, soll es ebenso enden: Jungs, Ihr seid super, wenn jemand akut vital gefährdet ist, in allen anderen Fällen seid Ihr Pfeiffen (das schliesst das Bloggen ein).

    Kommentar von KlabauterDoc | 30. November 2010 | Antwort

    • Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?
      Ein Hausarzt MUSS wissen, wann es „Husten-Schnupfen-Heiserkeit“ ist und wann er mal besser – gegebenenfalls MIT Musik – in eine Klink überweisst.
      Da rücke ich nicht ab. Ein Arzt – egal welcher – MUSS seine Grenzen kennen.

      Die „blödsinnigen Handlungen“ mögen einen Grund haben, aber mir fällt keine Begründung ein, ein ACS FALSCH zu behandeln.

      Hausärzte gibt es in so und in so.

      Manche können sehr wohl auseinanderhalten, wann es im Rahmen der normalen ambulanten Behandlung geht und wann sie besser mal einen Akut-Mediziner holen.

      Natürlich habe ich keine große Ahnung, ob, wie und mit was ich eine beginnende Pneumonie vielleicht OHNE Krankenhaus behandeln kann.
      Wenn man unsereins ruft, ist die Kacke normal am Dampfen.
      Und MIR geht es nicht um welches Antibiotikum jetzt richtig wäre, sondern darum, wie der Patient genug Sauerstoff ins Blut bekommt.

      Also: Es gibt Hausärzte, die wissen, wann sie am Ende ihrer Kunst sind und die auch wissen, wann besser mit Musik und NA ins Krankenhaus verfrachtet werden sollte.
      Aber es gibt Hausärzte, denen diese Unterscheidung nicht bewußt ist und die nicht verstabnden haben, wofür ein NA da ist.

      Wir als NAs sind NICHT dafür da, den Job der Hausärzte zu korrigieren, auch wenns manchmal so vorkommt.
      WANN eine Galle in den OP gehört oder nicht ist nicht mein Job. Kann ich nicht entscheiden. Nicht mein Fach.

      ABER ich kann sagen, daß dieser Patient JETZT ein Kreislaufproblem hat, einen Liter oder zwei Wasser braucht und eine ordentliche Packung Aua-Medis.
      Damit löse ich sein Problem nicht. ABER ich kriege ihn bestmöglich zu einer Stelle, die das Problem ursächlich behandeln kann.
      Auch der Hausarzt tut sich nämlich schwer, einen akuten Wurm oder eine ausgetickerte Galle zu behandeln.
      Denn hier ist die Behandlung nämlich: OP.

      Beim ACS MUSS der Hausarzt erkennen, um was es geht. Da ist es EGAL, ob da irgendwelche Gründe dagegen stehen.

      Der Patient braucht sein Opiat, sein Aspisol, sein Heparin, je nach Druck sein Nitrat, je nach Frequenz seinen Betablocker.

      Ein Hausarzt, der ein ACS, bzw. den V.a. ACS nicht erkennt und entsprechend behandelt, sollte mal besser auf ein paar Fortbildungen gehen und das lernen.

      Im P.S.: Mir ist ziemlich Panne, was du von meinen Fähigkeiten beim Bloggen hältst. Aber in der Akutmedizin, in der Primärversorgung mußt du schon wissen, was du sagst, bevor ich dem eine Relevanz zumesse.

      Also: Polemik ist nett. Immer wieder witzig. Aber wenn du mir Primärmedizin erklären willst, dann fasel nicht. Dann bitte konkret.

      Kommentar von Kormak | 30. November 2010 | Antwort

    • Tja, schade, wenn man nicht differenzieren kann und direkt eingeschnappt ist. Sowohl im Beitrag als auch in den Kommentaren wurde ja jetzt schon mehrfach gesagt, dass es gute und schlechte Hausärzte gibt, wie eben in jeder anderen Berufssparte auch, da schließe ich den Rettungsdienst gar nicht von aus.
      Aber es gibt leider viel zu oft auch Hausarzt-Entscheidungen, die äußerst kritisch für den Patienten werden können und mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbar sind. Und das sehe ich dann schon mit meinem beschränkten rettungsdienstlichen Wissen, dazu muss ich kein Arzt sein.
      Hier hat niemand gesagt, dass jeder Hausarzt eine Pfeife ist, das wäre auch sehr vermessen. So weit kannst Du dann aber anscheinend nicht differenzieren, wenn du alle im Rettungsdienst tätigen über einen Haufen kehrst. Aber vielleicht willst Du auch einfach nur stänkern und schlechte Laune verbreiten. Viel Spaß dabei!

      Kommentar von Der Krangewarefahrer | 1. Dezember 2010 | Antwort

  5. Beim Lesen von Hausarztgeschichten dieser Art läuft mir jedesmal keine Laus, sondern ein Elefant über die Leber, ja! Dass irgendwo der obligatorische Satz steht, „es sind nicht alle so blablabla“ ändert daran wenig. Es ist dieser selbstgefällige Ton, den ich absolut stossend finde.

    Den erfahrenen Arzt erkennt man übrigens auch daran, wie er über die Fehler von Kollegen spricht. Nicht weil eine Krähe der anderen kein Auge aushacken würde, sondern weil man mit zunehmender Erfahrung sich nicht der Erkenntnis entziehen kann, dass gute Medizin so komplex ist, dass falsch und richtig erst im Nachhinein so eindeutig erscheinen. Drum haben wir alle unseren kleinen geheimen Friedhof in einem Winkel unseres Gedächtnisses. Die überwiegende Mehrheit der Ärzte, die ich kenne, ist zu diesem Friedhof mit einem hohen Anspruch an die eigene Arbeit und die Qualität derselben gekommen. Echte Pfeifen gibt es in diesem Job nur wenige, nicht weil wir alle so toll sind, sondern weil man ohne diesen Anspruch an sich selbst, in diesem Beruf nicht bestehen kann. Was es aber häufig gibt, sind Leute, die glauben, sie wären die einzigen, die diesen Anspruch pflegen, das ist wahr.

    Soviel der salbungsvollen Vorrede, werden wir konkret. Das von Dir genannte akute Koronarsyndrom eignet sich sehr gut dafür:

    Der Allgemeinmediziner und/oder Hausarzt ist zunächst nicht mit dieser Diagnose konfrontiert, sondern mit einer diffusen Wolke von Patienten, die einfach nur Thoraxschmerzen haben. Es gibt eine interessante Studie, die zeigt, dass in der Hausarztpraxis, anders als in der Klinik oder beim Notarzt, die akute kardiale Ursache, also Dein ACS, nur in ca. 1% der Fälle die Ursache ist (Verdon et al: Chestpain in daily practice, SMW 2008; 138:340-347). Bei der Mehrheit der Patienten ist die Ursache muskuloskelettal oder oberhalb der Nase. Deine Realität ist logischerweise eine völlig andere, denn in der Regel hat die mühsame Vorauswahl durch den Hausarzt (oder die Triage der Leitstelle) schon stattgefunden, wenn Du kommst.

    Der Patient, den Du dann nicht wie erwartet mit venösem Zugang, Sauerstoff, ASS, Heparin, Clopidogrel und Mo hübsch gebettet vorfindest, hatte vielleicht zuvor eine Anamnese, die auf etwas anderes hindeutete (bsp. Bauchschmerzen, etwas was nach Reflux tönte, einen nicht ganz typischen Thoraxschmerz oder er fühlte sich einfach nur seit Wochen schlecht). Der Hausarzt hat aber trotzdem gründlich gearbeitet oder das vorher diffuse Bild wurde plötzlich eindeutig etc. Während im anderen Behandlungszimmer ein Kind mit abdominellen Schmerzen schreit, hat er den Notarzt alarmiert, der ein ganz schneller ist und schon vor Ort ist während er noch mit dem Venflon stochert. Vielleicht hat er aber auch an diesem Tag zwischen dem schreienden Kind und dem ACS falsch triagiert in der (falschen) Annahme, dass Du sowieso gleich da bist und alles schnell und perfekt erledigst.

    Achja, da war noch der harte Bauch: Weisst Du wieviele „mit Musik“, wie Du es nennst, eingewiesene angeblich harte Bäuche ich während meiner Chirurgiezeit aussortiert habe? Weisst Du wieviel Kinder mit abdominellen Schmerzen ein Hausarzt so sieht? In der Regel geht er in diesen Fällen am gleichen Tag nochmal vorbei oder telefoniert. Keine Ahnung, was die genauen Hintergründe in Deinem Geschichtchen waren, aber die Zahl dieser dummen Hausärzte, die Du dort beschreibst, kannst Du an zwei Händen abzählen.

    Wie auch immer, ich war nicht dabei. Ich weiss nur, die Regel ist, dass es keinen Grund gibt sich darüber so zu äussern wie Du und Deine Claqeure es tun. Ich kenne beide Seiten, wie übrigens viele Allgemeinmediziner. Drum schweige ich, wenn wieder mal ein ängstlicher Patient von einem noch ängstlicherem Notarzt für nichts hospitalisiert wurde oder der Kollege um die Ecke den Infarkt übersehen hat. Denn beide haben ihren Job gemacht; da sie Menschen sind, war es nicht perfekt. Weil sie Menschen sind werden sie es das nächste Mal anders machen.

    Ich habe wirklich Respekt vor Eurer Arbeit (sonst würde ich mir nicht die Arbeit dieses langen Postings machen), ich verstehe nicht immer, was der Spezialist mit meinen Patienten macht, ich mache manchmal Fehler und ich bin ein grosser Fan von Blogs von jedermann. Ich finde auch Polemik sehr inspirierend, aber ich sehe keinen Anlass für diese Art der Selbstgefälligkeit.

    Kommentar von KlabauterDoc | 1. Dezember 2010 | Antwort

    • Medizin ist komplex, keine Frage.

      Wenn du meinen Post noch einmal aufmerksam liest, wirst du feststellen, daß sich in diesem Falle die beschriebenen Kollegen sowohl positiv als auch negativ die Waage halten.
      (Nun gut, drei zu zwei)

      Die beschriebenen Negativ-Beispiele sind objektiv als nicht eben „Mit Ruhm bekleckert“ zu beschreiben.
      Wenn ein Arzt vor Ort (sei das der ÄBD oder der Hausarzt) die Diagnose (oder eine entsprechende Verdachtsdiagnose) stellt, DANN aber nicht danach handelt, dann hat das nichts mit der Komplexität der Medizin zu tun.

      Nicht jeder Bauchschmerz ist eine Appendizitis, nicht jeder Brustschmerz ein Infarkt.
      Nicht jeder plötzliche Kopfschmerz ist eine SAB.

      Daß nicht alle Diagnosen einfach zu stellen sind und manchmal zuwarten die vertretbare Lösung ist, steht ausser Frage.

      Aber WENN ich (oder ein Kollege) eine solche Verdachtsdiagnose stelle, DANN sollte ich auch entsprechend handeln. Ob diese Verdachtsdiagnose stimmt oder nicht, ist weder im Notarztdienst noch im hausärztlichen Bereich zweifelsfrei zu sagen.

      Aber wenn der Verdacht im Raum steht, dann muß auch ein Hausarzt, der mit Akutmedizin nicht viel zu tun hat, entsprechend handeln.

      Im Falle von ACS (was ja an sich meistens schon ein diffuses Bild ist) ist das weitere Prozedere klar, wenn diese Verdachtsdiagnose steht.
      Ob der Hausarzt dann einen Zugang legt, MONA durchzieht, Clopidogrel etc. auspackt oder nicht, ist dabei nicht die Frage. Freu ich mich, wenns so ist, aber wenn nicht, dann nicht.

      Aber wenn der Hausarzt zwar den normalen MONA-Tanz tanzt, aber DANN den Patienten zu Hause läßt, dann ist die Frage mindestens erlaubt, was daran noch lege artis ist.
      Denn ein solcher Hausarzt hat bei aller Liebe seinen Job eben NICHT oder nicht richtig gemacht.

      Auf der anderen Seite kann ein ACS natürlich auch alles mögliche andere sein. Aber in dieser Phase der Entscheidungsfindung bin ich natürlich meistens nicht involviert.
      Darum ging es nur nicht in meinem Post.

      Mir ist nach wie vor unklar (auch nach mehrmaligem Lesen meines Posts), warum du dir da so auf den Schlips getreten fühlst.

      Du als Hausarzt kannst sicherlich von vielen Pfeifen bei den Notärzten berichten, die ich nicht mitbekomme. Aber würde ich mich dann echauffieren, nur weil ein Notarzt mal den Beruf verfehlt hat?

      Ebensowenig, wie alle Notärzte die Weisheit mit Löffeln gefressen haben (mich eingeschlossen) sind die Hausärzte unfehlbar.

      Fehler passieren. Mir und jedem anderen.
      Die beschriebenen Fälle gingen aber nicht um Fehler, die passieren, weil wir alle Menschen sind, sondern um vermeidbare Fehler, die so nicht wirklich passieren dürften, die aus tatsächlicher Themaverfehlung herrühren.

      Ein Hausarzt, der einen Menschen mit V.a. ACS zu Hause läßt, trotz gestellter Diagnose und Therapie macht seinen Job nicht richtig.
      Ein Hausarzt, der rummeckert, weil ich einem akuten Abdomen Dipi zukommen lassen, kennt sich offenbar nicht in der Schmerztherapie aus.
      Nicht auskennen ist erlaubt. Aber dann mir etwas darüber erzählen wollen nicht.

      Ich bin der letzte, der nicht kritikfähig ist.
      Die Niedergelassenen sollten es auch sein.

      Kommentar von Kormak | 2. Dezember 2010 | Antwort

  6. […] und da. Stattdessen selbstgefällige Attitude und – natürlich – feingedrechselte, hochdifferenzierte Worte über Hausärzte. Mir graut mein […]

    Pingback von Dicke Eier « KlabauterDoc | 1. Dezember 2010 | Antwort

  7. Falls Du denn doch nochmal in Dich gehen möchtest, denn auch als unbeteiligte Leserin ist eine gewisse berufliche Arroganz (oder ist es private Profilneurose?) nicht zu überlesen – ein Beitrag aus dem letzten Jahr von der leider körperlich verstorbenen, aber geistig hoch anwesenden Premiumpatientin: http://krankomat.blogspot.com/2009/12/adventskalender-14-tuerchen.html

    Kommentar von nofretete | 3. Dezember 2010 | Antwort

    • Ich setze nun das Dritte Mal mit einer Antwort an.

      Nur soviel:

      Ist es Arroganz, wenn ein Schreiner davon erzählt, wie ein Dodel ein Möbel falsch zusammengeschraubt hat?
      (Der Dodel war übrigens ich)

      Oder ist es Arroganz, wenn ein Arzt von den „wahren Helden der Medizin“ berichtet?
      (Weder von mir noch war ein Notarzt gemeint)

      Oder ist es Arroganz wenn der Satz kommt „…in allen anderen Fällen seid ihr Pfeifen (das schliesst das Bloggen ein)“?

      Kommentar von Kormak | 3. Dezember 2010 | Antwort

  8. Oh unsere heiligen und allwissenden NOtärzte und rettungspersonal 🙂 wie immer am Puls der Zeit und einfach gut! Jungs, gut das es euch gibt (Achtung Ironie)

    Kommentar von Mathias | 9. Dezember 2010 | Antwort

  9. Jesas, was hab ich denn da losgetreten?

    Mehr sag ich mal nicht, Artikel in Arbeit.

    Aber irgendwie erstaunlich: Einen Nerv scheine ich getroffen zu haben…

    Kommentar von Kormak | 9. Dezember 2010 | Antwort

  10. […] diesem Fall habe ich allerdings einigen Leuten auf den Schlips […]

    Pingback von Stich ins Hornissennest « Hammer oder Spritze? | 9. Dezember 2010 | Antwort

  11. ich finde deinen beitrag gut und richtig, denn aus patientenperspektive ist es noch schwerer zu wissen, ob ein hausarzt was taugt oder nicht. als mediziner kann man zumindest einschätzen, was derjenige gelernt hat und können sollte. ich hätte da ein beispiel, wo ich auf meinungen gespannt bin: patientin, 22 jahre, pille, gelegenheitsraucherin, kommt mit schmerzen in der wade seit zwei wochen ohne verletzung oder sport gemacht zu haben, zum hausarzt. bei einer untersuchung in der notfallambulanz von vor zwei wochen wurde ein erhöhter d-dimer festgestellt und (nach keinem fund beim ultraschall) schmerzmittel angewiesen. der hausarzt nun diagnostiziert muskelzerrung und verschreibt ein mittel, das für schnelleren venenabtransport der stoffe sorgen soll. nach zwei tagen erleidet die patientin eine lungenembolie – guter hausarzt oder nicht? fehler, der passieren kann???

    Kommentar von L. | 10. November 2011 | Antwort

    • Zu dem speziellen Fall kann ich wenig sagen. D-Dimere taugen zwar zum Ausschluß einer TBVT oder einer Lungenembolie, nicht jedoch als Beweis einer solchen.

      Ich kann auch nichts dazu sagen, ob ein Hausarzt auf seinem Gebiet gut ist oder nicht. Ich kann von meiner Warte aus nur die Notfallmedizin beurteilen und das macht nicht unbedingt einen guten Hausarzt aus.

      Kommentar von Kormak | 12. November 2011 | Antwort

  12. „Notfallmedizin ist keine Raketentechnik.“ „Ab der Fisch.“ „Da fliegt die Kuh“. 😀
    Ich mag Deinen Blog sehr und Deinen Schreibstil auch. Leider alles schon bißken eingestaubt hier, aber egal.
    Ach und zu dem Thema hier: Recht hast Du. Die Krönung war ein Patient der uns mit einem Einweisungsschein vom Hausarzt mit „V.a. Herz-Kreislaufstillstand“ entgegenwinkte. Das ist nicht gelogen! Der Schein hängt heute noch bei uns.
    Beste Grüße lass ich mal hier,

    der Narkosearzt

    Kommentar von Der Narkosearzt | 18. September 2013 | Antwort


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