Hammer oder Spritze?

Der alltägliche Wahnsinn

Heute hier, morgen dort

Wobei mir da Hannes Wader besser gefällt als Grönemeier.

Wader singt „Hab es selbst so gewählt, nie die Jahre gezählt“ wo Grönemeyer sich beklagt „Es geht mir auf den Keks, das Leben unterwegs“.

Ich geniesse das. An manche Ecken kommt man gerne zurück, an andere nicht und wieder andere bieten sich einfach nicht mehr an, obwohl es da schön war.

Man kommt an Orte, die man sonst nie sehen würde.

Und man sieht Orte, die man sonst nur von Verkehrsschildern kennt.

Es gibt da eine Stadt, die sonst nur immer ein Wegpunkt war. Zig Kilometer vorher schon ausgeschildert, Straßen so, daß man kaum daran vorbei kommt, aber wirklich in die Stadt kam man dann doch nie.

Bis ich da dann mal auf einem Stint war. Malerische Ecke, schöne Gegend, knuffige Innenstadt, nette Leute.

Würde ich tatsächlich gerne mal wieder hin.

Oder das Kaff hier jetzt. Was ich bis jetzt gesehen habe, hat was. Klein, kuschelig, die Innenstadt ist interessant gebaut, die Altstadt fast wie zuhause.

Ich wäre da NIE hingekommen ohne den Job.

Seien wir mal ehrlich: Als Festanstellung würde ich im Leben nicht in so eine Ecke gehen. Zu weit weg von allem, selbst die Autobahnen machen einen Bogen drumrum.

Ich mag das nicht mehr missen. Die Freiheit, die mir der Job so beschert ist an sich schon Gold wert.

Jeder weiß, wie schnell Träume einstauben, wenn man im täglichen Trott hängt. Ich wage zu behaupten, daß Lohn und Brot Träume tötet über kurz oder lang.

Und dazu noch die immer wieder neuen Eindrücke, neue Arten, den Job zu machen, neue Leute.

Besser gehts nicht.

Und natürlich die Freiheit an Stellen zu sagen „Da geh ich nicht mehr hin“.

Keine Sorgen um den Arbeitsplatz machen.

Ich werde immer wieder gefragt „Wie lange willst du das machen? Das geht doch nicht ewig“

Warum nicht? Warum sollte es nicht ewig gehen? Klar, vielleicht kommt irgendwann die Politik mal auf den Trichter und löst das eigentliche Problem des Ärztemangels. Aber mal ehrlich: Wie wahrscheinlich ist DAS denn?

Klar, man muß ein bißchen darauf achten. Aber bis in absehbarer Zukunft wird sich da nichts tun.

Andere Länder haben Honorarärzte schon immer. Locums heißen wir in England und Amerika, selbst die Österreicher haben sowas.

Nur Deutschland muß sich daran erst gewöhnen.

Und solange das so ist und die Goldgräberstimmung anhält, mach ich den Job GENAU so weiter.

Und für alle, die sich mit dem Gedanken tragen: TUT es. Es lohnt sich.

Sowohl im Geldbeutel als auch in der Zufriedenheit.

Diese Freiheit ist unbezahlbar.

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31. Oktober 2010 - Posted by | Honorararzt | ,

2 Kommentare »

  1. Hi,

    wie kommst du damit klar, so oft unter Fremden und in der Fremde zu sein?

    Mir fällt es schon schwer, nach meinem Umzug neue Freunde zu finden. Hobbys zu entwickeln, festes Mitglied bei einem Verein zu werden oder auch nur Sachen wie z. B. einen bestimmten Yogakurs am Mittwoch zu machen. Hinzu kommt die Entfernung zur Familie, wenn dort mal jemand krank ist.

    Wenn du ständig unterwegs bist, hast du doch gar keine Chance, dir soetwas aufzubauen. Sozusagen Wurzeln zu schlagen. Nimmst du das in Kauf, fehlt es dir, oder siehst du das ganz anders?

    Grüße
    Sven

    Kommentar von Sven | 31. Oktober 2010 | Antwort

    • Ach, das ist kein Problem.
      Ich habe ja meinen Lebensmittelpunkt. Ich wohne wo, hab da meine Freunde, Familie usw.
      Meistens ist man ja, wenn überhaupt, unter der Woche auf Achse.
      Und ob ich nun unter der Woche irgendwo bin oder zuHause ist eigentlich egal…

      Kommentar von Kormak | 31. Oktober 2010 | Antwort


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