Hammer oder Spritze?

Der alltägliche Wahnsinn

Feierabendbier

Langer Dienst. Aber auch der längste Dienst geht zu Ende.

Und dann genehmige ich mir ein Bierchen. Und fall ins Bett.

Was dabei manchen Leuten seltsam erscheint ist, daß mein „Feierabend“ auch mal morgens um Neun sein kann.

Wenn die Nacht ruhig war, dann natürlich nicht. Wenn man mir meinen Nachtschlaf gelassen hat, gibts einen Kaffee und der Tag kann losgehen.

Aber mal ehrlich: Bei dem Wetter und vor allem dem Wetterumschwung… Keine Chance.

Mir ist unter anderem mein erster echter STEMI begegnet. Glaubt man ja kaum, ich mach den Job ja auch nicht erst seit gestern.

Aber das Ding war wirklich so, daß ich guten Gewissens schon mal anrufen konnte und sagen durfte „Fahrt schon mal den Reaktor hoch, ich bringe einen fetten Infarkt“.

Witzig dabei nur die Ehefrau, die sich beschwerte, daß wir mitten in der Nacht mit Lärm und Tralala angerückt sind.

Der arme Kerl wußte gar nicht, wie ihm da geschah. Aber da wird nicht lange gefakelt. Auf auf zum vorgeglühten Herzkatheder. Wird er uns im Geiste (wenn auch vermutlich nie verbal) noch danken.

Apropos: Ein einziges Mal hat mich ein Kandidat mal hinterher persönlich angerufen. Und sich bedankt.

Jedenfalls und nach dem wir letzte Nacht zwar fluchend aber im Nachhinein berechtigt aus den Federn gerissen wurden, gönne ich mir gerade mein Feierabendbier und gehe dann stehend K.O.

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15. Juli 2010 - Posted by | Allerlei, Notarzt | , ,

3 Kommentare »

  1. Ja, das FAB am Morgen. Immer wieder gern genommen.
    War letzte Nacht (pardon, die letzten 24 Stunden) auch im Einsatz.
    Tagsüber das allgemeine Geschäft und nachts dann die KRS-Beschäftigung.
    Um Mitternacht dann doch mal hingelegt, gegen 4Uhr klingelt das Telefon: „Kannst Du mal in den KRS kommen? Ich hab hier ’ne Bradycardie.“
    Aus dem Bett in die Hose gesprungen, noch etwas schlafdamisch (von wegen schwülheiß und schlechte Luft und so) bereits die Finger versenkend untersucht und intrauterine Reanimation gemacht. Kein Erfolg, nach 4 Minuten Notsectio gebrüllt und mit fliegenden Klamotten in den OP gerannt. OÄ kam mit FlipFlops auf dem Fahrrad und dann barfuß durch die Klinik in Rekordzeit.
    Kind rausgeholt, schreit uns an als ob nix gewesen wär. Junge natürlich 🙂 .
    Damit war die Nacht vorbei (bis dann mal alles dokumentiert und geschrieben ist). Trotzdem noch mit dem Fahrrad die 14km bergauf nach Hause geradelt (völlig plemplem). Geduscht und FAB auf der Terasse. Ahhhhhhh. Gutre Nacht.

    Kommentar von docmuellerin | 15. Juli 2010 | Antwort

  2. Mit dem Radl? Bis du irre? Ich kenn den Berg… Ich hoffe, du hast den Notarzt auf Speeddial…

    Kommentar von Kormak | 15. Juli 2010 | Antwort

  3. […] nun noch ein zünftiges Feierabendbier und dann ab auf den weiten Weg in die […]

    Pingback von Die Ruhe nach dem Sturm « Hammer oder Spritze? | 30. Juli 2010 | Antwort


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