Hammer oder Spritze?

Der alltägliche Wahnsinn

Der Haken an der Sache

Als Honorararzt trägt man Risiken.

Wenn es mal keine Aufträge gibt, steht man da, wenn man wegen Stau zu spät kommt, wird die Zeit nicht bezahlt.

Und wenn man krank ist, gibt es keine Lohnfortzahlung.

Deshalb muß man schon sehr krank sein um zu Hause zu bleiben.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ich hab mir eine Sommererkältung eingefangen.

Wäre ich noch Angestellter, würde ich mir einen gelben Schein holen, aber so?

Aber es hilft nichts. Es ist „nur“ eine Erkältung, die schlimmen Tage waren die letzten beiden und die waren frei. Heute gehts wieder so halbwegs und die nächsten drei Tage ist auch „nur“ Notarztdienst.

„Nur“ deshalb, weil die Einsatzfrequenz sich normalerweise in Grenzen hält und man sich dazwischen immer wieder hinhauen kann.

Wenn man so darüber nachdenkt, hat man sich früher ja auch auf die Arbeit geschleppt. Eigentlich Unsinn.

Aber man hat es eben getan, ist mit dem Sensenmann auf der Schulter brav zum Dienst erschienen.

Aber warum?

Gedankt hat es einem ja niemand. Die Vorgesetzten nicht und die Patienten auch nicht.

Wir sind alle mehr als einmal mit Fieber und Krämpfen und Schüttelfrost und anderen besser nicht genannten Beschwerden aufgetaucht und haben unsere Zeit abgerissen.

Manchmal haben wir uns immer gemerkt, wo die nächste Toilette ist.

Genaugenommen tue ich das jetzt auch noch, aber die Motivation ist eine andere. Es ist nicht mehr das schlechte Gewissen (wahlweise den Patienten gegenüber oder den Vorgesetzten oder den Kollegen).

Sondern schlicht und ergreifend die Zahl auf dem Konto.

Als Honorararzt muß man schon richtig krank sein, um zu Hause zu bleiben.

Advertisements

5. Juli 2010 - Posted by | Allerlei, Honorararzt | , , , ,

1 Kommentar »

  1. Richtig gut wird es wenn ein Krankenhaus Insolvenz anmeldet wie in Einbeck geschehen. Die schulden mir und anderen Honorarärzten 5 Wochen Lohn, den wir nie sehen werden und auch nicht einklagen können. Die angestellten Kollegen wurden weiter bezahlt, in der Planinsolvenz dann vom Arbeitsamt.

    Kommentar von Hilbert Seeger | 24. Dezember 2012 | Antwort


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: